Die artgerechte Ernährung leistet einen wesentlichen Beitrag zur Gesundheit Ihres Hundes.
In einer Flut von Angeboten fällt es gerade Ersthundebesitzern schwer, sich zurecht zu finden. Genau so ist es auch mir damals ergangen. Man probiert einiges aus, hört unterschiedlichste Meinungen und ist sich unsicher, ob man denn wirklich das Beste für seinen Vierbeiner gewählt hat.
Diese selbst erlebten Irrwege haben mich dazu bewegt, die Grundlagen der Ernährung und den Organismus Hund genauer unter die Lupe zu nehmen.
Neben stundenlanger Literaturrecherche und Beratung durch spezialisierte Veterinärmediziner, habe ich auch selbst die Ausbildung zur unabhängigen Ernährungsberaterin absolviert.
Es ist mir ein großes Anliegen, Sie über die artgerechten Ernährung zu informieren und zu unterstützen, da diese der Grundstein für die Gesundheit Ihres Hundes darstellt. Gleichzeitig können einige Ernährungsformen die Entstehung von diversen Erkrankungen und Allergien begünstigen. Dies gilt es unbedingt zu vermeiden.
Obwohl ich meine Hunde nach der BARF Methode ernähre und ich diese Form der Fütterung für die artgerechteste befinde, empfehle ich sie nicht ausschließlich. Fütterung soll auch für den Besitzer gut machbar sein und keine große “Wissenschaft”.
Artgerechte Ernährung ist nämlich alles andere als kompliziert. Bei Ihren Besuchen bei uns können wir uns ausführlich über Ihre Vorstellungen und meine Ratschläge austauschen und gemeinsam die passende Ernährungsform angepasst an die Bedürfnisse Ihres Welpen und Ihre Möglichkeiten herausfinden.
Ob dies nun hochwertiges Dosenfutter, Gekochtes oder Rohfütterung ist.
An dieser Stelle möchte ich keine konkreten Futteranbieter namhaft anführen, gerne empfehle ich jedoch in einem Gespräch Futtermittel, die ich persönlich genauer unter die Lupe genommen habe.
Orale Toleranz – von Beginn an richtig füttern, um Allergien zu vermeiden
Der Magen-Darm-Trakt muss erst lernen, die aufgenommene Nahrung als Nährstoff zu erkennen, damit keine allergische Reaktion die Folge ist.
In den letzten fünfzig Jahren haben Futtermittelallergien merklich zugenommen, was damit in Verbindung stehen könnte, dass Welpen mit Fertigfutterprodukten entwöhnt werden. Diese neigen dann vermehrt dazu, keine orale Toleranz zu bestimmten Nährstoffen zu entwickeln. 20-50 verschiedene Nährstoffe gleichzeitig aufzunehmen, wie in Fertigfutterprodukten üblich, ist für einen Welpen unnatürlich, denn es dauert einige Tage, bis sich eine orale Toleranz zu einem Nährstoff entwickelt. Kommen mehrere Nährstoffe gleichzeitig im Magen-Darm-Trakt an, so ist es recht wahrscheinlich, dass die orale Toleranz nicht bei allen Nährstoffen erreicht wird.
Ein weiterer Faktor liegt bei der Verdaulichkeit der Nahrungsmittel. Hunde entwickeln am häufigsten Allergien auf das im Getreide enthaltenen Gluten, da dieses unter anderem am schlechtesten verdaut wird. Werden nun zuviele unverdauete Essenspartikel im Darm resorbiert, erhöhen sich die Chancen auf eine verstärkte Immunreaktion.
Natürlich spielen auch Futtermittelallergien, die die Mutterhündin hat, eine Rolle, da diese Antikörper gegen Futtermittel durch die Muttermilch auf die Welpen übertragen werden können.
Quelle: Simon, Swanie: BARF- Biologisch Artgerechtes Rohes Futter für Welpen, Verlag Drei Hunde Nacht, 7. Auflage Mai, 2012, S.22-23.
Wie könnte nun eine ausgewogene Mahlzeit für den Hund aussehen?
Vorab: Eine selbstzusammengestellte Mahlzeit muss nicht mittels vorgegebener Bedarfszahlen genauesten errechnet werden.
Der Gedanke, dass jede Mahlzeit aufs Gramm genau ausgerechnet werden muss, damit alle Nährstoffe im richtigen Verhältnis stehen, ist schlichtweg falsch. Diese sogenannten Bedarfszahlen wurden nicht an Tieren ermittelt, die mit frischen Zutaten gefüttert werden, sondern orientieren sich nach der Fertigfutterproduktion mit industriell verarbeiteten Zutaten und hohem Getreideanteil. Ebenso sind die Verdauungsleistung und Resorption der einzelnen Komponenten je nach Individuum unterschiedlich.
Nun denn: Eine ausgewogene Mahlzeit wird bei uns mittels verschiedener Komponenten zusammengestellt.
Komponente 1: Fleisch (Barf oder Reinfleischdose) Achtung: Falls keine Knochen enthalten, dann Fleischknochenmehl zugeben
Komponente 2: Öle: Fischöle mit hohem Omega 3 Anteil: Lachsöl, Dorschöl, Lebertran oder auch Hanf-/Leinöl
Komponente 3: Nähr- und Vitalstoffe: z.B.: Komplement-Barf, wichtig: Seealgenmehl sollte enthalten sein für den Jodbedarf
Komponente 4: Ballaststoffe – diverse Gemüsesorten: Karotten, Kürbis, Pastinaken, Zucchini, Broccoli,…
Komponente 5: “Pseudogetreide” – Hirse, Buchweizen, Quinoa, Amaranth
Komponente 6: Topings: Beeren oder etwas Apfel, Ei, Ziegenmilchprodukte, Kräuter, Kokosöl,….
Je nach Verfügbarkeit stelle ich die Portionen mit diesen Komponenten zusammen, wobei es kein Problem darstellt, wenn nicht immer alle Komponenten enthalten sind.
Komponenten 1, 2 und 3 sind immer fester Bestandteil; 4, 5, und 6 müssen nicht alle gleichzeitig täglich gefüttert werden.
Wenn man die Mahlzeit seines Hundes nicht selbst zusammenstellen möchte bzw. wenn es mal schnell gehen soll oder man auf Urlaub ist, empfehle ich ein hochwertiges Nassfutter (Alleinfuttermittel).
Besondere Empfehlungen an Futterzusätzen für Welpen:
(siehe Links)
- Komplement Junior -Nähr- und Vitalstoffversorgung für Welpen und Junghunde (Per Naturam)
- Perna Junior: Zur Unterstützung der Gelenkfunktionen junger Hunde und zur Stärkung des Bindegewebes (Per Naturam)